Drei Kernforderungen der hessischen Hochschulen

Hochschulpakt 2021 bis 2025 – Studierendenzahlen, Hochschulbau und Digitalisierung als zentrale Herausforderungen – Politische Veranstaltungen an den Universitäten

6. August 2018. Die hessischen Hochschulen sind der Entwicklungs- und Innovationsmotor für die Zukunft des Bundeslandes und leisten herausragende Arbeit in Forschung, Lehre und Transfer. Dank weitsichtiger und wissenschaftsfreundlicher Entscheidungen durch die Landesregierung und den Hessischen Landtag, verbunden mit den Budgetzusagen des Hessischen Hochschulpakts 2016 bis 2020, konnten wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, die bauliche Infrastruktur verbessert und zahlreiche Forschungsprojekte angestoßen werden. Dafür sind die Hochschulen der Landesregierung dankbar.

Auch zukünftig ist eine kontinuierliche und nachdrückliche Unterstützung der hessischen Hochschulen durch das Land erforderlich, um die erreichten Standards in Lehre und Forschung halten und weiterentwickeln zu können. Mit Blick auf die zentralen Herausforderungen in den kommenden Jahren gehen die hessischen Hochschulen daher mit drei Kernforderungen in die kurz nach der Landtagswahl beginnenden Verhandlungen zum nächsten Hessischen Hochschulpakt 2021 bis 2025, die sie als Bestätigung und Weiterentwicklung der bisherigen wissenschaftspolitischen Leitlinien in Hessen verstanden wissen wollen.

„Die gestiegenen Studierendenzahlen, der Sanierungsstau im Gebäudebestand und die Digitalisierung in allen Lebensbereichen stellen die Universitäten und die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften vor Aufgaben, die ohne massive Unterstützung des Landes nicht zu bewältigen sein werden“, erklärte Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Sprecher der Konferenz Hessischer Universitätspräsidien und Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). „Um der wichtigen Rolle des Entwicklungs- und Integrationsmotors der Region nachkommen zu können, braucht es für die hessischen Hochschulen eine entsprechend auskömmliche Finanzierung. Dann gewinnen alle: Hochschulen, Wirtschaft und Gesellschaft“, sagte Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Vorsitzender der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Hessen (HAW Hessen) und Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences.

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Aufwuchs des hessischen Hochschulbudgets von jährlich mindestens 5 % für 5 Jahre ab dem Jahr 2021

Vor dem Hintergrund gestiegener Studierendenzahlen benötigen die Hochschulen deutlich größere finanzielle Spielräume. Mit Blick auf die Betreuungsrelationen an den Universitäten liegt Hessen bundesweit auf dem vorletzten Platz, nur Nordrhein-Westfalen steht noch schlechter da; bei den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften ist ein ähnlicher Trend festzustellen. Daher gehen die Hochschulen mit der Erwartung von jährlich mindestens fünf Prozent mehr hessisches Hochschulbudget (fünf Jahre lang ab 2021) in die anstehenden Verhandlungen.

Plus 1

1 Milliarde Euro mehr für den Hochschulbau, d.h. 5 Jahre lang pro Jahr 200 Millionen Euro mehr in HEUREKA II

Das Hochschulbauprogramm HEUREKA hat in den hessischen Hochschulstädten für Aufbruchstimmung gesorgt und mit zahlreichen Neubauten ein Umfeld für hervorragende Forschung und Lehre geschaffen. Nichtsdestotrotz ist der Sanierungsstau gewaltig, der Zustand vieler Hochschulgebäude besorgniserregend. Um ihre Standorte für die Zukunft zu sichern, benötigen die hessischen Hochschulen für die Jahre 2021 bis 2025 insgesamt eine Milliarde Euro mehr für HEUREKA – das entspricht jeweils 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr und damit einer Verdoppelung der bislang geplanten Jahresraten. Ein Muss, auch angesichts der vom Wissenschaftsministerium erwarteten Kostensteigerungen im Bausektor von 3,5 Prozent pro Jahr, das heißt von rund 25 Prozent bis zum Jahr 2025.

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5 Jahre lang pro Jahr 50 Millionen Euro für Digitalisierung /digitale Infrastruktur für den Zeitraum von 2021 bis 2025

Die Digitalisierung ist längst ein wichtiger Antrieb der gesellschaftlichen Entwicklung. Ausgerechnet die deutschen Bildungseinrichtungen haben auf diesem Gebiet einen riesigen Nachholbedarf. Ohne zusätzliche finanzielle Mittel werden die hessischen Hochschulen die vielfältigen Herausforderungen der Digitalisierung – ob bei der Qualifizierung des Personals, neuen Lehrformaten, Big Data-Anwendungen, der Erstellung von Forschungsdatensätzen, Rechnerinfrastrukturen, digitalen Verwaltungsprozessen oder der Vorbereitung der künftigen Lehrerinnen und Lehrer auf eine digitale Unterrichtswelt – nicht stemmen können. Ab dem Jahr 2021 benötigen sie für Digitalisierung bzw. digitale Infrastruktur jährlich und für fünf Jahre in Folge jeweils 50 Millionen Euro.

Öffentliche Veranstaltungen

Die hessischen Universitäten werden ihre Positionen mit einer Reihe von öffentlichen Veranstaltungen im Vorfeld der Landtagswahl in die politische Diskussion einbringen. Den Anfang macht am 14. August 2018 die Philipps-Universität Marburg mit einer Veranstaltung zu Perspektiven für die Lehrerbildung. Zwei Tage später werden die Fraktionsvorsitzenden der Parteien des Hessischen Landtags an der Justus-Liebig-Universität Gießen aktuelle politische Themen diskutieren. Die Podiumsdiskussion wird von Jan-Martin Wiarda moderiert. Am 27. September wird es an der Universität Kassel unter der Leitfrage „Bröckelnde Hörsäle oder zukunftsweisende Investitionen?“ um Infrastruktur und Hochschulbaumaßnahmen gehen. Am 9. Oktober wird an der TU Darmstadt die Veranstaltung „(neu)gierig auf morgen? Wie Digitalisierung Wissenschaft und Wirtschaft verändert“ stattfinden. Am 19. Oktober wird die Goethe-Universität Frankfurt gemeinsam mit der Frankfurt University of Applied Sciences zum Abschluss der Reihe eine Veranstaltung mit den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Landtagswahl zum Thema Bildung durchführen. Eine Übersicht der geplanten Veranstaltungen ist unter www.khu-hessen.de zu finden.

Termine (detaillierte Ankündigungen folgen):

  • 14. August 2018, Philipps-Universität Marburg, Perspektiven für die Lehrerbildung
  • 16. August 2018, Justus-Liebig-Universität Gießen, Podiumsdiskussion anlässlich der Hessischen Landtagswahl 2018
  • 27. September 2018, Universität Kassel, Veranstaltung „Bröckelnde Hörsäle oder zukunftsweisende Investitionen?“
  • 9. Oktober 2018, Technische Universität Darmstadt, Veranstaltung „(neu)gierig auf morgen? Wie Digitalisierung Wissenschaft und Wirtschaft verändert“
  • 19. Oktober 2018, Goethe-Universität Frankfurt und Frankfurt University of Applied Sciences; Veranstaltung mit den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Landtagswahl zum Thema Bildung

 

Weitere Informationen:

www.khu-hessen.de  

www.haw-hessen.de